Staatliche Realschule Bad Kissingen



Hilfe für Jana und andere ...

Leider kam die Hilfe für unsere Schülerin Jana A. zu spät, aber vielleicht konnten wir trotzdem anderen helfen!

Anfang Januar 2009 wurde leider klar, dass unsere Schülerin Jana an einer akuten Form von Leukämie erkrankt war und ihr nur eine Knochenmarkspende als winzige Überlebenschance bleiben würde.

Für die "Schulfamilie" unserer Realschule war es selbstverständlich, eine Typisierungsaktion federführend zusammen mit mehr als 200 anderen freiwilligen Helfern am 08. März 2009 in der Realschule durchzuführen um vielleicht mit einen geeigneten Spender den "rettenden Strohhalm" für Jana zu finden. Leider kannten wir Jana nicht mehr helfen. Sie verstarb am 24.02.09 viel zu früh! "Trotzdem anderen helfen" - unter diesem Motto wurde auf Wunsch von Janas Eltern die geplante Typisierungsaktion mit einem riesigen Zuspruch durchgeführt.

2 584 Menschen ließen sich typisieren und allein an diesem Tag konnten mehr als 32 000 € an Spendengeldern gesammelt werden. Vielleicht gelingt es, damit anderen Menschen das Leben zu retten.

Zum Ablauf der Typisierungsaktion ein Artikel der Mainpost vom 09.03.2009:  

Selten ergänzen sich tiefe Betroffenheit und großer Optimismus so sehr wie im Fall der an Leukämie verstorbenen Jana aus Katzenbach. Hunderte Menschen aus den hiesigen und benachbarten Landkreisen zeigten sich am Sonntag, den 08. März solidarisch und machten sich auf den Weg in die Staatliche Realschule Bad Kissingen, um sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren zu lassen. Schon um 10 Uhr hatten sich rund 400 Menschen in der Aula der Schule eingefunden. Nach Aufnahme ihrer Personalien wurde ihnen im Minutentakt von ehrenamtlichem medizinischem Fachpersonal Blut entnommen. "Vielleicht braucht man selbst ja auch mal Hilfe", so ein 30-jähriger Krankenpfleger aus Burkhardroth, der nach einer halben Stunde bereits 27 Spendenwillige "abgezapft" hatte. 

Die Betroffenheit über den Tod der elfjährigen Jana ist groß. "Ich habe selbst eine kleine Tochter", sagt eine 25-jährige Angestellte aus Bad Bocklet, währen sie ihren Arm zum Desinfizieren hinhält. "Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Man muss helfen, wenn man es kann." So oder so ähnlich äußern sich die 1 100 Spender, die sich bis zum Schichtwechsel des Personals um 13 Uhr typisieren lassen.

Es geht lebhaft zu im großen Prüfungsraum der Schule und trotzdem geordnet. Ab und an versagt einem Spender angesichts seines eigenen Blutes allerdings der Kreislauf. Doch die Leute von den Rettungsdiensten sind augenblicklich zur Stelle. "Das haben wir alles im Griff", so Thomas Schreiner, Einsatzleiter beim Roten Kreuz.

Derweil modert Musiklehrer Stefan Ammersbach das Rahmenprogramm für die geduldig Wartenden in der Aula. Bands der Realschule, des Gymnasiums und der Musikschule sowie der Realschulchor und verschiedene Solisten lassen den schmerzlichen Anlass der Aktion fast vergessen. "Es ist gut, dass so tolle Musik gemacht wird", meint einer, "Sonst wäre das alles so traurig."

Manch einer unterdrückt eine Träne beim Durchblättern des Kondolenzbuches für Jana. Ein Foto von ihr steht in der Aula, daneben frische Blumen. Viele schauen die Eintragungen an oder schreiben etwas dazu. "Ich hoffe sehr, dass es dir auf immer gut geht", ist in kindlicher Schrift zu lesen.

Viele Freunde des Mädchens und seiner Familie sind gekommen. Die Mädchen der Tanzgruppe des FC Viktoria Poppenroht, der auch Jana angehörte, zeigen dreimal Kostproben ihren Könnens. Nicht alle können dabei lächeln. "Es ist schwer für die Kinder, das mit Jana zu realisieren", erzählt die Mutter einer jungen Tänzerin.

Maria Kostoglou von der DKMS, die mit ihrem Team am Vorabend aus Tübingen angereist war, ist voll des Lobes über den Verlauf der Aktion. "Das ist sehr gut." Die Leute hätten sich intensiv mit dem Thema Typisierung auseinandergesetzt und seinen gut informiert, sagt eine ihrer Mitarbeiterinnen. Die vielen freiwilligen Helfer aus Janas Gemeinde Katzenbach haben an der Essens- und Getränkeausgabe alle Hände voll zu tun. Auch an den Biertischen ist Janas Schicksal Thema.

"Man muss die Aktion unterstützen, vielleicht kann jemand anderem geholfen werden, auch wenn für Jana die Hilfe zu spät kommt", ist immer wieder zu hören.

Am Ende sind es 2 584 Menschen, die ihr Blut für eine Typisierung gespendet haben. In vielen Spendenboxen liegen Geldscheine und Münzen aufeinander. Am Morgen hatte das Spendenkonto bereits 70 000 Euro überschritten.

Michael Kreil, (damaliger) zweiter Konrektor der Schule und Organisationsleiter, drückt aus, was alle Helfer bewegt: "Das ist fantastisch. Wir sind unbeschreiblich berührt."

      

Durch weitere Aktionen der Staatlichen Realschule Bad Kissinen konnten mehr als 2 500 € auf das Spendenkonto der DKMS überwiesen werden:

  • Postkartenverkaufsaktion (Klasse 10 f mit Frau Zimmermann)
  • Kuchenverkauf (SMV mit Frau Schwerteck)
  • Spenden im Rahmen des Musicals

       

(Entsprechend dem Artikel im Jahresbericht 2008/09 von M. Kreil; Zeitungsartikel von S. Wahler-Göbel.) 

Staatliche Realschule Bad Kissingen, Valentin-Weidner-Platz 4, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971 - 730090